© Oliver Tursic 2017
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

INFOS

Dankspende

des Deutschen Volkes

Die    Bundesrepublik    Deutschland    wollte    sich,    nachdem    die    größte    Not    bei    der Bevölkerung   gelindert   war,   bei   allen   Institutionen   bedanken,   die   dem   Deutschen Volk nach dem Ende des 2. Weltkrieges geholfen haben. Deshalb    rief    der    Bundespräsident    Theodor    Heuss    am    27.    November    1951 gemeinsam   mit   führenden   Persönlichkeiten   des   deutschen   politischen,   kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zur "Dankspende des Deutschen Volkes" auf. Viele    Völker    aller    Kontinente    spendeten    bereits    kurz    nach    dem    Krieg    Geld, Sachgüter   und   Lebensmittel   an   das   Deutsche   Volk.   Durch   diese   Spenden   konnten Schmerzen    gestillt    werden    und    Mutlose    wieder    Mut    fassen.    Vor    allem    die Bevölkerung   in   den   Großstädten   und   die   Vertriebenen   aus   den   Ostgebieten   waren über    Jahre    hinweg    von    diesen    Hilfspaketen    abhängig.    Aus    den    unzähligen Hilfsangeboten   der   ausländischen   Hilfsorganisationen   sind   heute   hauptsächlich noch   die   CARE-Pakete   bekannt.   Aber   es   wurde   auch   anderweitig   Hilfe   geleistet, dies    übrigens    auch    von    Staaten    und    Organisationen,    die    selbst    unter    den schrecklichen Ereignissen des 2. Weltkrieges stark zu leiden hatten. Theodor   Heuss,   erster   Bundespräsident   der   damals   noch   jungen   Bundesrepublik hatte    die    Idee,    dass    als    Sinnbild    der    Dankbarkeit    an    die    Länder,    die    dem Deutschen    Volk    geholfen    haben,    von    zeitgenössischen    deutschen    Künstlern Kunstwerke übergeben werden sollten. Es    wurde    die    Stiftung    „Dankspende    des    Deutschen    Volkes“    gegründet    und    zu Spenden   beim   Deutschen   Volk   aufgerufen.   Danach   wurde   jeweils   ein   Wettbewerb für Graphik, Leuchter, Aquarelle und Gemälde ausgeschrieben. Eine   Jury   aus   Mitgliedern   renommierter   Kunstsammlungen,   wie   der   Staatlichen Kunsthalle   Karlsruhe,   der   Hamburger   Kunsthalle,   der   Museen   der   Stadt   Köln,   der Bayrischen    Staatsgemäldesammlung    und    der    Kestner-Gesellschaft    in    Hannover sowie   weiterer   hochrangiger   Fachleute   aus   Kunst   und   Politik   bewertete   dann   die eingereichten   Arbeiten   und   kaufte   Kunstwerke   an.   Darunter   waren   Gemälde   so bekannter   Künstler   wie   Carl   Hofer,   Hermann   Max   Pechstein,   Erich   Heckel,   Emil Nolde,   Max   Slevogt   und   Karl   Schmidt-Rottluff,   Plastiken   von   Wilhelm   Lehmbruck, Ernst   Barlach,   Käthe   Kollwitz,   Ewald   Matare   und   Gerhard   Marcks.   Interessant   ist aber     auch,     dass     viele     Künstler,     die     heute     der     „Verschollenen     Generation“ zugerechnet    werden,    angekauft    wurden.    So    finden    sich    in    den    Ankaufslisten Gemälde    von    Walter    Becker,    Max    Peiffer-Watenphul,    Fritz    Kronenberg,    Arnold Balwé,     Hans     Meyboden,     Curt     Georg     Becker     und     anderer     Vertreter     des „Expressiven Realismus“ wieder. Von   Franz   Frank   wurde   das   Ölgemälde   „Landschaft   im   April“   von   1951   angekauft. Im     Jahr     1954     wurden     dann     von     den     korrespondierenden     Verbänden     in Deutschland    die    Kunstwerke    ausgesucht    und    im    Sommer    und    Herbst    an    die Verbände   auf   der   ganzen   Welt   verschickt.   Das   Bild   von   Franz   Frank   ging   an   die Organisation „Lutheran World Relief" nach New York.