© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

INFOS

Museum

Expressiver Realismus

Aus       der       Notwendigkeit       heraus,       die       Künstler       der „Verschollenen   Generation“   zu   fördern   und   ihre   Werke   einer breiten    Öffentlichkeit    zugänglich    zu    machen,    entstand    auf Initiative      des      Kunsthistorikers      und      Publizisten      Rainer Zimmermann   der   Wunsch   eines   Freundeskreises,   der   sich   für die Belange der Künstler des „Expressiven Realismus“ einsetzt.   Der     daraus     entstandene     Freundeskreis     wollte     vor     allem Möglichkeiten   für   Ausstellungen   und      Publikationen   schaffen. Außerdem     sollte     ein     Netzwerk     aus     Nachlassverwaltern, Galeristen,            Museumsdirektoren,            Sammlern            und Kunstfreunden      aufgebaut      werden,      die      die      Werke      der Künstlerinnen    und    Künstler    des    von    Rainer    Zimmermann geschriebenen       Standardwerkes       über       die       Kunst       der Verschollenen   Generation,   Deutsche   Malerei   des   Expressiven Realismus   von   1925   -   1975   unterstützten   und   somit   zu   einer Neubewertung dieser Kunst beitragen können.   Aus    diesem    Bestreben    heraus    entstand    der    eingetragene Verein     „Freundeskreis     Bildende     Kunst     e.V.“     mit     Sitz     in München,     der     dann     später     in     „Förderkreis     Expressiver Realismus e.V.“ umbenannt wurde.   Daraus      erwuchs      der      Wunsch,      den      Künstlerinnen      und Künstlern       dieser       Generation       die       Möglichkeit       einer Dauerausstellung            mit            der            Möglichkeit            von Wechselausstellungen     an     einem     repräsentativen     Ort     in Deutschland   zu   ermöglichen.   Nach   langer   Suche   und   vielen Gesprächen    mit    den    Verantwortlichen    aus    Verwaltung    und Politik   war   mit   dem   Neuen   Schloss   in   Kisslegg   im   Allgäu,   das direkt       an       der       Deutschen       Barockstraße       liegt,       ein repräsentatives    Gebäude    gefunden,    das    für    ein    „Museum Expressiver Realismus“ geradezu prädestiniert war.   Anlässlich   der   Einrichtung   einer   Dauerausstellung   des   Malers Wolfgang     von     Websky     im     Jahr     1988,     der     als     einer     der Hauptvertreter    des    Expressiven    Realismus    gesehen    werden kann,   im   damals   neu   renovierten   Neuen   Schloss   wurden   von Rainer     Zimmermann     bereits     erste     Gespräche     über     die Unterbringung     eines     Museums     Expressiver     Realismus     in Kisslegg geführt.   1991    wurde    im    Neuen    Schloss    die    Ausstellung    „Deutsche Malerei    des    Expressiven    Realismus    seit    1925“    gezeigt    und    2 Jahre     später,     am     03.     April     1993     mit     der     permanenten Ausstellung    von    Werken    dieser    Künstlergeneration    das    bis heute     einmalige     Projekt     eines     Museums     gestartet,     das ausschließlich       Werke       von       Künstlern       des       Expressiven Realismus     beheimatet.     Die     Pressestimmen     zur     Eröffnung waren   sehr   positiv,   wobei   sich   aber   vor   allem   die   Frankfurter Allgemeine Zeitung eher kritisch äußerte.     Außer   der   permanenten   Ausstellung   fanden   von   1993   –   2004 insgesamt 23 Wechselausstellungen statt.   Trotz     der     hohen     Qualität     der     Wechselausstellungen     mit Werkübersichten    der    Künstler,    Alfred    Wais,    Wilhelm    Geyer, Ernst    Hassebrauk,    Robert    Liebknecht,    Bruno    Müller-Linow, Hans      Mader,      Willi      Oltmanns,      Curt      Querner,      Theodor Rosenhauer,    Franz    Frank,    Rose    Sommer-Leypold    und    vieler anderer       sowie       thematischer       Ausstellungen       zu       den Monographien       von       Rainer       Zimmermann       und       großer Privatsammlungen,   die   sich   mit   den   Künstlern   des   Expressiven Realismus         befassen,         sowie         optimaler         räumlicher Voraussetzungen,      ließ      das      Besucherinteresse      über      die gesamten    10    Jahre    leider    zu    Wünschen    übrig,    so    dass    der Gemeinderat     der     Gemeinde     Kisslegg     die     Schließung     des Museums    Expressiver    Realismus    zum    Ende    der    Saison    2004 beschlossen   hat   und   damit   die   Hoffnung   auf   eine   dauerhafte Etablierung         dieses         Museums         in         der         deutschen Kunstlandschaft ein jähes Ende bereitete.   Vor   allem   die   Abgeschiedenheit   der   Gemeinde   Kisslegg   und   zu wenig    Werbung    für    das    Museum    können    als    Grund    für    die Schließung   des   Museums   im   Jahr   2004   genannt   werden.   Aber auch   andere   Gründe,   wie   ein   geändertes   Freizeitverhalten   und das   Verlangen   nach   Events   haben   dazu   beigetragen,   dass   die Besucherzahlen    leider    nie    erreicht    wurden,    die    notwendig gewesen     wären,     um     den     Museumsbetrieb     aufrecht     zu erhalten.    Wie   bereits   zur   Eröffnung   des   Museums   im   Jahr   1993,   wurde auch    von    der    Schließung    des    Museums    wieder    in    vielen Kunstzeitschriften    und    Zeitungen    berichtet.    Leider    kamen diese    Berichte    zu    spät,    so    dass    die    Schließung    nicht    mehr abgewendet   werden   konnte.   Inzwischen   ist   in   der   Kunsthalle Schweinfurt   die   Sammlung   Hierling,   die   größte   und   wichtigste Sammlung des Expressiven Realismus beheimatet.