© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

INFOS

Stimmen zum Werk

Gelungen und Tief empfunden Unser   einheimischer   Künstler,   Herr   Dr.   Franz   Frank   zeigt   uns   in der   Auslage   der   Kunsthandlung   Fritz   Hauff   hier   wieder   eine   Reihe neuester   Originale   in   Öl   und   Aquarell.   Die   Bilder   müssen   als   sehr gelungen   und   tief   empfunden   bezeichnet   werden   und   beweisen das   Vorwärtsstreben   und   den   eisernen   Fleiß   des   Künstlers,   dem wir zum Verkauf der Bilder besten Erfolg wünschen. Autor unbekannt, 1926 Aus der Sprache des Farbigen   Man   erkennt:   die   Epoche   der   Programme   und   Theorien   scheint vorüber.   Nun   suchen   sich   die   einzelnen   mehr   auf   eigene   Faust   zu entwickeln,   setzen   sich   auf   die   Hosen   und   arbeiten.   Streben   dabei vor    allem,    aus    dem    eigentlichen    Begriff    der    Malerei,    aus    der Sprache   des   Farbigen   ihren   Ausdruck   zu   formen,   um   von   hier   aus, also   auf   dem   richtigen   Wege,   zur   Bildgestaltung   zu   gelangen…   Da ist    Franz    Frank    aus    Dresden,    der    neben    dem    frisch    blühenden Bildnis   seiner   Frau   Gruppen   proletarischer   Menschen   von   starker Eindringlichkeit aufbaut.   Max Osborn, 1929   Juryfreie Kunstschau   Aus   der   Überfülle   mögen   ein   paar   Namen   noch   herausgehoben sein.   Der   Ulmer   Maler   Wilhelm   Geyer   versucht   sich   mit   Talent   auf dem   nicht   ungefährlichen   Wege,   den   Kokoschka   gezeigt   hat.   Der Dresdner    Franz    Frank    wagt    sich    mit    jugendlicher    Kühnheit    an vielfigurige Kompositionen.   Curt Glaser, 1929         Farbige Klänge Im    Kunsthaus    Fischinger    zeigt    Franz    Frank    eine    recht    glücklich gewählte   Kollektion   von   Gemälden   und   graphischen   Arbeiten,   die durch   ihre   verschiedenartigen   Motive   fesselt   wie   durch   die   Art, wie   der   Künstler   Dinge   und   Menschen   sieht.   In   den   Landschaften prägt   sich   am   stärksten   seine   Naturverbundenheit   aus,   die   sich künstlerisch    nicht    in    bloßer    Wiedergabe    des    Gegenständlichen äußert,    sondern    dem    Leben,    dem    geheimnisvollen    Drängen    in Baum   und   Halm   nachspürt   und   diesem   Drängen   zum   Licht,   dem wuchern    der    Blumen    im    Grün,    dem    Zug    der    Wolken    Ausdruck verleiht.   Das   gibt   diesen   Landschaften   Pulsschlag   und   Größe   und der    herbe    frische    Duft,    der    von    den    mit    Vorliebe    gedämpften Tönen   ausgeht,   verursacht   eine   Stimmung,   die   umso   stärker   ist, da   sie   nicht   mit   kleinlichen   und   gesuchten   Mitteln   erreicht   wurde. Dass   Frank   aber   auch   Sinn   für   farbige   Klänge   hat,   beweisen   die Stilleben   und   Blumenstücke,   deren   aufgelockerte   Art   -   besonders in   dem   gedeckten   Tisch   -   zu   reizvollen   Wirkungen   führt.   Auch   in den    Bildnissen    liebt    der    Künstler    die    Lösung    der    Fläche.    Sein Pinsel    gestaltet    frei    und    sicher    aus    der    Fülle    der    farbigen Erscheinungen      und      schließt      doch      das      Ganze      geschlossen zusammen.      Dabei      wird      Charakteristisches      herausgehoben, Wesentliches    auf    seine,    niemals    aufdringliche    Weise    betont, Nebensächliches    auf    elegante    Weise    ignoriert.    Unter    anderem fesselt      hier      besonders      das      Bildnis      eines      alten      Herren. Zeichnungen,   Aquarelle   und   Radierungen   (unter   letzteren   ein   sehr originelles    Blatt    kleinsten    Formats    "Auf    Föhr")    vervollständigen den Eindruck von Franks ernstem und erfolgreichem Schaffen. H.T., 1935 In die vorderste Reihe der Maler …   Er   hat   mit   seinen   Pfunden   gewuchert   und   es   zu   einer   reifen Künstlerschaft   gebracht,   die   ihn   in   die   vorderste   Reihe   der   Maler stellt,   denen   es   um   den   Ausgleich   von   Abbild   und   Innenschau   geht und    die    mit    ihren    Bildern    den    Beweis    erbringen,    dass    die Möglichkeiten    des    Impressionismus    in    unserer    Zeit    noch    lange nicht     ausgeschöpft     sind,     wie     es     angesichts     der     abstrakten Springflut mitunter scheinen könnte. Kurt Fried, 1947     Hauch der Nüchternheit . ..   Er   fangt   mit   jedem   Bild   immer   wieder   ganz   von   Neuem   an.   Dies ist   wohl   das   erste   und   stärkste   Zeichen   für   die   Künstlerschaft Franks,    dass    die    Fülle    seiner    Arbeiten    nicht    im    Thematischen ihren   eigentlichen   Reichtum   hat,   sondern   dass   jedes   seiner   Werke ein   neues,   unmittelbar   im   Angesicht   der   Natur   ergriffenes   Wagnis darstellt,   das   unter   Einsatz   der   ganzen   Persönlichkeit   versucht wird.   Wie   bedingt   im   Einzelfalle   der   Erfolg   solchen   Wagnisses   sein mag,   die   Unbedingtheit   der   künstlerischen   Gesinnung   erweist   sich in   der   Überwindung   jeder   Selbstgefälligkeit,   in   der   Vermeidung jedes   Festfahrens   in   schöne   Formeln,   in   der   Unablässigkeit   des immer     wieder     neu     unternommenen     Vorstoßes     nach     jener unbegreiflichen   Einheit   von   Geheimnis   und   Offenbarung,   die   ein gelungenes Bild auszeichnet.... Rainer Zimmermann, 1951 Zur Malerei von Franz Frank . ..   Er   will   ein   Ganzes,   aber   dieses   soll   in   allen   seinen   Teilen   atmen. In      glücklichsten      Momenten,      im      reinsten      Gelingen      seiner künstlerischen   Absichten,   löst   sich   die   hier   beschriebene   Unruhe in   eine   feine   Beweglichkeit,   man   ahnt   sie   etwa   im   Anblick   eines im   hellsten   Licht   sich   dehnenden   Wiesenhangs,   in   dessen   grüner, scheinbar   einheitlichen   Fläche   doch   die   unzähligen   Regungen   der Grashalme   spürbar   bleiben.   Der   Reiz   der   Landschaften   von   Frank beruht   auf   solchen   Wahrnehmungen,   nicht   auf   dem   bedeutenden, nach dem Interessanten hin ausgewählten "Motiv"....   Benno Reifenberg, 1952 Die Farbe dominiert   Franks   Kunst   ist   klar   profiliert:   sie   sucht   die   intensive   Berührung mit   dem   Gegenstand   und   mit   der   Natur   und   lässt   deren   Elemente und   Kräfte   den   schlichten   Feldblumenstrauß   wie   das   dramatische mythologische Ereignisbild dynamisch durchpulsen.   Reich   quellender   Farbauftrag,   temperamentgeladener   Pinselhieb, blühender       Farbenglanz       charakterisieren       die       malerische Handschrift   Franz   Franks.   Die   Farbe   dominiert,   die   Linie   ist   ihr entschieden   nachgeordnet;   ein   Rubenist   ist   hier   am   Werke.   Die Farbeaber    herrscht    durch    das    Licht    mit    dem    Licht.    Die    enge Verschwisterung    dieser    zwei    Elemente    malerischen    Gestaltens dokumentiert     sich     erneut     vergeistigt     und     strahlend     in     den letztens in Italien entstandenen Landschaften….   Carl Graepler, 1958       Lust an der Landschaft   ...    Mit    lockerem,    temperamentvollen    Pinselstrich    werden    die      Farben   auf   die   Leinwand   gesetzt,   ohne   dass   das   gegenständliche Gerüst     dabei     verloren     geht.     In     einer     lebhaften,     kraftvollen, mitunter   festlich   blühenden   Farbigkeit   werden   Form   und   Licht, Charakter     und     Atmosphäre     seiner     vorwiegend     in     südlichen Gegenden      gewählten      Landschaftsmotive      wiedergegeben.      In seinen   Aquarellen   verbinden   sich   Luft   und   Sonne   ,   Wasser   und Erde,    Wälder    und    Wiesen    zu    nicht    weniger    freundlichen    ,    aber etwas   dezenteren   Farbimpressionen.   Nachhaltig   ist   die   Wirkung seiner   empfindsam   differenzierten   Porträts.   Beachtung   verdient seine   Auffassung   des   biblischen   Themas   „Davis   spielt   vor   Saul“. Aufmerksam       verweilt       man       vor       seinen       lithographischen Interpretationen   zu   Shakespears   „Hamlet“.   Weitaus   am   meisten aber   schätzen   wir   an   ihm   seine   Qualitäten   als   Landschafter,   die   in der     Reihe     seiner     Ölkompositionen     am     deutlichsten     sichtbar werden.   Ulrich Rothermel, 1966         Ein zentrales Werk des Realismus   Franz   Franks   Gemälde   „Proletarier“   gebührt   ein   fester   Platz   unter den   Werken,   die   in   der   entscheidenden   Phase   zur   Herausbildung des     proletarischen     Massenportraits     beigetragen     haben.     Sein riesiges,    annähernd    zwei    auf    drei    Meter    großes    Bild    entstand 1928    in    Dresden,    das    heißt,    noch    bevor    Otto    Griebel    „Die Internationale“    1929,    Curt    Querner    „Demonstration“    1930    und andere   Mitglieder   der   Dresdner   Asso-Gruppe   dieses   Thema   als wichtigste künstlerische Aufgabe in Angriff nahmen. Der   weitgehende   Verzicht   auf   eine   Gliederung   der   Gruppe   zeigt an,   dass   sie   nach   beiden   Seiten   hätte   kilometerlang   fortgesetzt werden   können.   Der   Ausschnitt   und   das   Bemühen,   eine   Vielzahl verschiedener    Menschentypen    nebeneinander    zu    stellen,    geben den   Gestalten   exemplarischen   Charakter.   Durch   das   Weglassen des   Gegners   erscheint   das   Proletariat   nicht   mehr   ausschließlich in     der     Rolle     des     Unterlegenen,     sondern     als     eigenständige Gegenmacht…   Von    seinem    humanistischen    Engagement    aus    sah    es    Frank    als seine      Aufgabe      an,      den      Proletarier      als      Individualität      zu beschreiben.   Hier   liegt   einer   der   wesentlichen   Unterschiede   zur Auffassung    von    Otto    Griebel,    der    die    „Proletarier“    in    Franks Atelier     sah,     während     er     selbst     an     seiner     „Internationale“ arbeitete.   Rainer Schoch, 1975       Aus der Tradition zu eigenem Weg   …   Franz   Frank   ist   hinsichtlich   gestalterischer   Lösungen   durch   die von    Paul    Cezanne    ihrer    subjektiven    Empfindungen    entledigten Empfindungen   entledigten   Relationen   zwischen   Raum   und   Figur ebenso    beeinflusst    worden,    ohne    sich    die    Bürde    kubistischer Strenge      aufzuladen,      wie      durch      die      von      Max      Beckmann vorgenommene      Befreiung      des      Gegenstandes      aus      seiner Befangenheit,   aus   räumlicher   Bestimmung.   „Ich   erlebe   die   Welt rings    um    mich“,    notierte    der    Künstler    einmal,    „und    ich    muss versuchen,   den   Raum   über   und   neben   mir   in   das   Bild   hinein   zu holen“.    Auch    die    Identität    von    Leben    und    Werk    als    sichtbarer Ausdruck    einer    geistigen    Konzeption,    in    deren    Mittelpunkt    die Kreatürlichkeit   des   Menschen   steht,   so   wie   sie   von   den   Malern   der „Brücke“     ausgegangen     war,     hat     ganz     im     Gegensatz     zum Theoretischen     Programm     des     „Blauen     Reiter“,     der     abstrakt- synästhetischen       Variante       des       deutschen       Expressionismus erkennbare Spuren hinterlassen.   Die   ungewöhnliche   Fähigkeit   Franks,   neue   stilistische   Erfahrungen weiterzutreiben   und   mit   ihrer   Hilfe   das   jeweils   darüber   hinaus noch     Mögliche     aufzuspüren,     lässt     sich     an     der     spezifischen Verarbeitung     des     Spätwerks     von     Lovis     Corinth     überzeugend dokumentieren,       dessen       expressionistisches       Potential       er ausdrücklich als Auftrag nachfolgender Generationen verstand….   Die   Tatsache,   dass   jedes   Werk   des   Künstlers   dem   „Traditionellen“ im   guten   Sinne   des   Wortes   verbunden   bleibt,   auch   dann   wenn   es experimentellen   Charakter   zeigt,   bestätigt,   „dass   es   leichter   ist, einen   neuen   Ismus   zu   erfinden“,   wie   es   Frank   selbst   formuliert hat, „als in der Reihe der Tradition seinen eigenen Schritt zu tun“.   Prof. Dr. Armin Geuss, 1982         Ein Verschollener und Vergessener   …   Frank   orientierte   sich   nach   der   Akademiezeit   an   Corinth   und Kokoschka;   an   jenen   erinnert   (noch)   ein   hiebartiger   Duktus,   den   er bis   ins   Spätwerk   beibehält,   an   diesen   die   emotional   geladene,   von der     Farbe     bestimmte     vibrierende     Form     (Bildnis     „Erika     und Brigitte“).     Frank     meidet     jedoch     den     Primat     der     Gefühle; stattdessen   drückt   seine   Malerei   in   seiner   personalen,   dinglichen sowie farbig-atmosphärischen Erscheinung reflektiert….   Friedhelm Röttger, 1982         Neu zu entdeckende Größe   Hier   äußert   sich   ein   Maler,   der   in   der   Jugend   die   ungestümen Schreie   Noldes   bewunderte   und   aus   Corinths   spätem   Werk   den furiosen    Malvorgang    zeitlebens    beibehielt.    Dennoch    zeigt    die Ernte    seines    Lebens    profiliert    Persönliches…    Die    wohltuende Wärme   seiner   Palette   wird   stets   mit   nobler   Verhaltenheit   durch kühle    Zonen    ergänzt…    Franz    Frank    erreicht    in    dieser    privaten Sammlung   eine   neu   zu   entdeckende   Größe.   Seine   augenfreudigen Farben      bezeugen      die      Schönheit      unserer      Wirklichkeit      im Bewusstsein um eine unzulängliche Gegenwart.   Bruno Müller-Linow 1985         Ein Mädchen wie ein Stecken   Wenn   die   jungen   Wilden,   die   jetzt   nach   ihren   privaten   Träumen und   Obsessionen,   Landschaft,   Natur,   Porträt   wieder   entdecken, ihre   Väter   suchen,   was   sie   ja   so   fleißig   tun,   dann   sollten   sie   den Maler    Franz    Frank    nicht    vergessen,    der    Anfang    April    kurz    vor seinem   89.   Geburtstag   gestorben   ist.   Die   Szene   hat   von   seinem Tod   nicht   viel   Notiz   genommen.   Jetzt   steht   man   staunend   vor   den Bildern.    Sie    sind    in    ihrer    Spontanität,    Unmittelbarkeit,    Frische hochaktuell.   Hier   malt   ein   Könner.   Das   vor   allem   ist   der   Punkt,   wo sich     die     heutigen     Neoexpressionisten     –     bei     denen     es     fast durchweg    im    Handwerklichen    hapert    –    was    zu    ihrem    nicht ebenrühmlichen   besonderen   Merkmal   geworden   ist   (neben   den Riesenformaten) – eine Scheibe abschneiden können.   Weitere      unverwechselbare      Pluspunkte      bei      Frank:      Er      ist vollkommen   unsentimental.   Er   hält   nicht   nach   schönen   Motiven Ausschau.   Er   nimmt   die   Wirklichkeit,   wie   sie   kommt.   Seine   Bilder wirken   wie   ein   kaltes   Bad   am   Morgen.   Er   malt   das   nüchternste Grün    –    ein    Hauptmerkmal.    Er    ist    herb    und    spröd    bis    zum Splittern.      Ein   halbwüchsiges   Mädchen   im   Garten   wird   nicht   auf Anmut   getrimmt,   sondern   steht   steif,   ungelenk,   wiederborstig   da wie    ein    Stecken.    Frank    war    ein    hervorragender    Porträtist.    Er schaufelte   Wirklichkeit   nur   so   hinein   ins   Bild,   von   allen   Seiten, komponierte   akrobatisch   scharf   am   Chaos   entlang:   Die   Balance wird gehalten. So   kommt   ein   dramatischer,   abenteuerlich   spannender   Zug   in   die Bilder.   Man   hält   den   Atem   an,   ob   nicht   alles   zusammenfällt.   Zum Beispiel bei dem großen Atelierinterieur mit Figuren.   Er   wühlt   in   der   Farbe.   Seine   dick   pastose   graue   „Nordsee“   von 1930      mit      kippender      Horizontlinie      und      ohne      Strand      im Vordergrund    als    Anker    müsste    so    manchen    heftigen    jungen Landschafter   von   heute   vor   Neid   erblassen   lassen….   Obendrein ist   der   spätexpressionistische   Papa   noch   weit   billiger   zu   haben   als die     verwöhnte     wildspielende     Jugend     von     heute,     die     er     an malerischen Qualitäten weit übertrifft….   Karl Diemer 1986         Raumschaffende Kraft der Farbe   …   Dann   aber   wollte   er   dem   Geheimnis   der   Farbe   durch   eigenes Schaffen   näher   rücken,   erst   in   der   Malklasse   von   Robert   Breyer   an der   Stuttgarter   Akademie   und   einem   Kreis   befreundeter   Maler wie   Wilhelm   Geyer,   Joseph   Kneer   und   Hans   Fähnle,   dann   in   der Zurückgezogenheit   eines   Försterhauses   bei   Hildrizhausen.   Hier   in den     Wäldern     des     Schönbuchs     und     den     ihn     umsäumenden Obstbaumwiesen,   fand   er   den   Durchbruch   zur   eigenen   Malerei, zum     Kunstwerk,     das     ganz     im     seelischen     Nachbeben     des Naturerlebnisses     seinen     Ursprung     hat.     Zur     Steigerung     der Expressivität    mit    hingesetzten    Farbtupfern    impressionistische Mittel    einsetzend,    beginnt    hier    des    Malers    Aufbruch    in    eine Malerei,   in   der   die   Farbe   der   alles   bestimmende   Faktor   wird,   den Bildaufbau,   den   Raum   und   den   Ausdruck   bestimmt.   Ganz   typische für   diese   Zeit   ist   das   Gemälde   „Kinder   im   Obstgarten“   mit   seiner nichtzentralperspektivisch,      sondern      durch      Farbe      erzielten Raumwirkung….   Walter Rebmann, 1986         Vom südlichen Licht fasziniert   In    den    ersten    Nachkriegsjahren    beschäftigt    er    sich    auch    mit religiösen    Themen.    1954    übersiedelt    er    nach    Marburg.    Durch Reisen   in   den   Süden,   dessen   Licht   ihn   immer   erneut   fasziniert, hellt    sich    seine    Palette    auf.    Aus    den    Raumwerten    der    Farben entsteht in seinen Bildern die Tiefenwirkung.   Günther Wirth, 1987         Das Werk eines verfemten Malers   Es    ist    auf    schauerliche    Weise    frappierend,    immer    wieder    von neuem   erkennen   zu   müssen,   aus   welcher   Vielfalt   schöpferischen Engagements   sich   einerseits   die   Künste   und   ihre   Institutionen   bis über    das    Ende    der    zwanziger    Jahre    hinaus    zur    Blüte    eines kulturschöpferischen     Gemeinwesen     entfaltet     haben     und     mit welcher    Gründlichkeit    dieser    florierende    Kulturorganismus    von den   Nationalsozialisten   bis   in   die   Wurzelspitzen   hinein   vernichtet und zerstört worden ist .   Eberhard Roters, 1988         Farbe und Form   …     In     diesem     inhaltlichen     Anliegen     und     der     entsprechenden Umsetzung   steht   Frank   ganz   auf   der   Höhe   seiner   Zeit.   Beides   hat in   seinen   Figurenbildern   eine   ureigene   Ausprägung   gefunden.   Sie machen    deutlich,    wie    es    Frank    gelingt,    eine    traditionsreiche Gattung     mit     neuem     Leben     und     eigenständiger     malerischer Energie        zu        beleben.        Dabei        bereichert        er        aktuelle Kunstbestrebungen        um        originäre        Akzente        durch        den ganzheitlichen    Anspruch    seiner    Malerei    der    sowohl    Pathos    im Sinne     des     griechischen     „Mitleidens“     mit     der     Authentizität spontaner Pinselsprache zu verbinden weiß.   Eva-Maria Froitzheim, 1997         Das späte Werk   Ein   Leben   lang   lebte   Franz   Frank   in   und   mit   den   Erscheinungen, konnte   ganz   und   gar   Auge   sein   und   die   Fülle   der   Natur   fasziniert genießen.    Das    mitzuteilen    aber    wäre    ihm    kein    malerisches Programm,     und     insofern     bleibt     er     außerhalb     der     Welt     der Impressionisten.   Niemals   gleitet   seine   Malerei   in   die   Gefälligkeit ab,   in   das   schöne   oder   pittoreske   Motiv,   immer   haftet   ihr   etwas raues   an,   wie   bei   einer   tragischen   Geschichte,   in   der   das   schöne durch   das   Leiden   teuer   erkauft   werden   muss   –   und   nur   dadurch wirklich zum Erlebnis wird.   Bernd Küster, 1997         Später Triumph der Farbe Gemalt   hat   er,   was   er   gesehen   hat   -   und   zwar   wie   er   es   gesehen hat.   Und   das   wurde   ihm   schließlich   zum   Verhängnis.   Der   1897   in Kirchheim/Teck    geborene    Franz    Frank    zählt    zu    den    Malern    der »verschollenen   Generation«.   Den   Nationalsozialisten   war   Franks Schaffen   ein   Dorn   im   Auge,   so   dass   sie   ihm   schon   recht   bald   nach 1933   nicht   nur   seine   Tätigkeit   als   Dozent   untersagten,   sondern auch   das   öffentliche   Ausstellen   seiner   Bilder.   Dennoch   hielt   der Maler unbeirrt an seinem Stil fest…. …Im   beeindruckenden   Bildnis   »Vorstadtkinder«,   das   Ende   der   20er Jahre   entstanden   ist,   klingt   zart   an,   was   in   vielen   Werken   Franks zu    finden    ist:    Denn    es    sind    weniger    die    Bildnisse    der    drei Mädchen,    sondern    der    verdeckte    psychologische    Zug,    der    das Ölgemälde   zu   einem   Hingucker   macht.   Die   Mädchen   blicken   den Betrachter   still   und   ernst   an.   Dem   rechten   Kind   ist   beim   Spielen der   Träger   des   Kleides   von   der   Schulter   gerutscht,   in   ihren   Händen hält   sie   einen   Blumenkranz.   Einfach,   bescheiden   muten   die   Kinder an,   doch   Frank   sieht   die   Zerrissenheit   der   Kinderseelen   und   malt sie   in   einer   Art,   die   auch   heute   noch   unter   die   Haut   geht:   Mit flatterigen      Strichen,      aber      durchaus      zupackendem      Duktus beschreibt   er   die   drei   Kinder,   in   deren   Augen   sich   Traurigkeit   und Angst spiegelt. Auch   in   seinen   Blumenstillleben   klingt   eine   Wehmut   an,   die   über den    dynamischen    Duktus,    der    an    Lovis    Corinth    oder    Ludwig Meidner     erinnert,     hinausweist.     Sein     um     1930     entstandener »Blumenstrauß   auf   karierter   Decke«   zeigt   Blüten   und   Blätter   in praller    und    frischer    Lebendigkeit    -    und    doch    liegt    im    oberen Drittel   mit   einer   düsteren   Zone   eine   seltsame   Schwere   über   der fröhlichen   Farbigkeit.   Wie   eine   Vorahnung   auf   schwere   Zeiten,   in der   Frank   als   verfemt   gilt   und   nicht   mehr   arbeiten   kann,   muten solche Gemälde an. Bettina Kneller, 2006       Werk von Wahrhaftigkeit und farblicher Delikatesse Franks   Maltechnik   ist   eine   Augenfreude,   salopp   ein   "Gemansche", ein   Relief   aus   tonig   gebrochenen   Farben   mit   eigenem   Konstrukt, sich      vom      Original      bewusst      lösend,      nicht      abbildend      im fotografischen   Sinne.   Das   Schöne   mied   er   wie   die   Pest.   Sein   Stil war   unorthodox,   fernab   artistischer   Effekte   und   eleganter   Linien. Franks    Werke    sind    grob,    kantig,    schroff.    Ihm    ging    es    um    die Wahrhaftigkeit.    Dabei    war    ihm    kein    Motiv    zu    gering    gewesen. Landschaften,     Porträts     und     Stillleben     sind     Beleg     für     ein malerisches    Werk,    das    spröde,    dabei    aber    doch    von    großer farblicher Delikatesse ist. Gerd Römer, 2007