© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

LEBEN

Dresden

Nach      Beendigung      des      Kunststudiums      an      der      Stuttgarter Kunstakademie   zieht   Franz   Frank   in   den   Arbeitervorort   Löbtau bei    Dresden.    Dort    entstehen    vor    allem    Bilder    von    Arbeitern, Arbeitslosen   und   Proletarierkindern.   Auch   illustriert   Frank   dort das       Kommunistische       Manifest       von       Karl       Marx.       Dieser Illustrationszyklus    findet    allerdings    keinen    Verleger.    Leute,    die sich    die    Originalgraphiken    leisten    konnten,    hatten    mit    dem Kommunismus   nichts   am   Hut   und   die   arme   Bevölkerung   hatte nicht   das   nötige   Geld,   um   sie   sich   zu   kaufen.   So   entstand   nur   ein Probeabzug.    Erst    im    Jahr    1976    wurde    in    der    Neuen    Münchner Galerie,    Richard    Hiepe    ein    Faximiledruck    der    Mappe    in    einer Auflage     von     500     Exemplaren     aufgelegt.     Die     Originalblätter wurden   im   Mai   2007   im   Auktionshaus   Ketterer   incl.   Aufgeld   und Steuern   für   über   1.100,00   €   zugeschlagen.   Daran   sieht   man   auch das   wachsende   Interesse   an   sozialen   Themen   kunstinteressierter Sammler.   Die   Bilder   von   Franz   Frank   schönigen   nichts.   Sie   zeigen die   Leute   in   ihrer   ganzen   Armut.   Aber   auch   die   Landschaften   des Malers    zeigen    nicht    die    schönen    Seiten    des    Lebens.    In    ihnen sehen   wir   dunkle   Unterführungen,   rußgeschwärzte   Fabrikschlote und    schmutzige    Straßenzüge.    Vor    allem    diese    sozialkritischen Bilder     begründen     den     frühen     Ruhm     des     Malers.     Das     Bild „Proletarier“,   später   dann   „die   Arbeitslosen“   genannt,   gehört   zu den     herausragenden     sozialkritischen     Bildern     der     Weimarer Republik    überhaupt    und    ist    heute    im    Besitz    des    Hessischen Landesmuseums in Darmstadt. Auf   der   anderen   Seite   entstehen   in   dieser   Zeit   viele   Stilleben   und Familienbilder.   Sie   sind   für   den   Maler   Ausgleich   und   Abwechslung für   die   dunkeltonigen   Arbeiter-   und   Landschaftsbilder.   Zu   einem Kunstkritiker,    der    nicht    verstehen    kann,    wie    man    neben    den sozialkritischen   Bildern   solche   Stilleben   malen   kann,   antwortet Frank:   "Für   was   soll   ein   Arbeiter   denn   leben,   wenn   nicht   für   diese schönen Landschaften und Blumen." Der    Sächsische    Kunstverein    in    Dresden    zeigt    30    Gemälde    von Franz    Frank    und    im    Jenaer    Kunstverein    sowie    der    Stuttgarter Galerie Schaller werden Bilder des Malers ausgestellt. Als    der    bekannte    Kunstmaler    und    Professor    an    der    Dresdner Kunstakademie      Otto      Dix      Gemälde      des      Künstlers      beim Akademieschreiner    der    Dresdner    Kunstakademie    sieht,    ist    er erstaunt,   dass   außerhalb   der   Akademie   eine   solche   künstlerische Qualität   entstehen   kann.   Er   empfiehlt   Hermann   Sandkuhl,   diesen Maler   zu   besuchen   und   ihn   zur   Ausstellung   der   Juryfreien   nach Berlin   einzuladen.   Ab   1928   bis   zur   Auflösung   der   Kunstschau   im Jahr     1933     beschickt     Franz     Frank     diese     nun     jedes     Jahr     mit Gemälden.   Es   werden   unter   anderem   die   Gemälde   "Proletarier", "Feierabend",    "Erika    und    Brigitte"    sowie    Familienbildnisse    und Stilleben von Franz Frank gezeigt. Obwohl     im     während     der     Dresdner     Zeit     nur     ein     privater Bilderverkauf    gelingt,    erwirbt    der    sächsische    Staat    regelmäßig Bilder    von    ihm.    Eine    Kreuzigungsszene    erhält    den    Sächsischen Staatspreis.    Als    das    Bild    den    Ansprüchen    Franks    nicht    mehr genügt, zerstört er es eigenhändig. Im    Jahr    1931    erhält    er    dann    die    Berufung    als    Dozent    an    der Pädagogischen   Akademie   in   Kassel.   Sein   Weg   scheint   sich   positiv zu   entwickeln   und   die   ständige   Finanznot   der   Familie   scheint   ein glückliches Ende zu nehmen.