© Oliver Tursic 2017
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

LEBEN

Dresden

Nach   Beendigung   des   Kunststudiums   an   der   Stuttgarter   Kunstakademie   zieht   Franz Frank   in   den   Arbeitervorort   Löbtau   bei   Dresden.   Dort   entstehen   vor   allem   Bilder   von Arbeitern,     Arbeitslosen     und     Proletarierkindern.     Auch     illustriert     Frank     dort     das Kommunistische   Manifest   von   Karl   Marx.   Dieser   Illustrationszyklus   findet   allerdings keinen   Verleger.   Leute,   die   sich   die   Originalgraphiken   leisten   konnten,   hatten   mit   dem Kommunismus   nichts   am   Hut   und   die   arme   Bevölkerung   hatte   nicht   das   nötige   Geld, um   sie   sich   zu   kaufen.   So   entstand   nur   ein   Probeabzug.   Erst   im   Jahr   1976   wurde   in   der Neuen   Münchner   Galerie,   Richard   Hiepe   ein   Faximiledruck   der   Mappe   in   einer   Auflage von     500     Exemplaren     aufgelegt.     Die     Originalblätter     wurden     im     Mai     2007     im Auktionshaus   Ketterer   incl.   Aufgeld   und   Steuern   für   über   1.100,00   €   zugeschlagen. Daran      sieht      man      auch      das      wachsende      Interesse      an      sozialen      Themen kunstinteressierter   Sammler.   Die   Bilder   von   Franz   Frank   schönigen   nichts.   Sie   zeigen die   Leute   in   ihrer   ganzen   Armut.   Aber   auch   die   Landschaften   des   Malers   zeigen   nicht die     schönen     Seiten     des     Lebens.     In     ihnen     sehen     wir     dunkle     Unterführungen, rußgeschwärzte     Fabrikschlote     und     schmutzige     Straßenzüge.     Vor     allem     diese sozialkritischen   Bilder   begründen   den   frühen   Ruhm   des   Malers.   Das   Bild   „Proletarier“, später      dann      „die      Arbeitslosen“      genannt,      gehört      zu      den      herausragenden sozialkritischen   Bildern   der   Weimarer   Republik   überhaupt   und   ist   heute   im   Besitz   des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt. Auf   der   anderen   Seite   entstehen   in   dieser   Zeit   viele   Stilleben   und   Familienbilder.   Sie sind   für   den   Maler   Ausgleich   und   Abwechslung   für   die   dunkeltonigen   Arbeiter-   und Landschaftsbilder.   Zu   einem   Kunstkritiker,   der   nicht   verstehen   kann,   wie   man   neben den   sozialkritischen   Bildern   solche   Stilleben   malen   kann,   antwortet   Frank:   "Für   was soll ein Arbeiter denn leben, wenn nicht für diese schönen Landschaften und Blumen." Der   Sächsische   Kunstverein   in   Dresden   zeigt   30   Gemälde   von   Franz   Frank   und   im Jenaer   Kunstverein   sowie   der   Stuttgarter   Galerie   Schaller   werden   Bilder   des   Malers ausgestellt. Als   der   bekannte   Kunstmaler   und   Professor   an   der   Dresdner   Kunstakademie   Otto   Dix Gemälde   des   Künstlers   beim   Akademieschreiner   der   Dresdner   Kunstakademie   sieht, ist    er    erstaunt,    dass    außerhalb    der    Akademie    eine    solche    künstlerische    Qualität entstehen   kann.   Er   empfiehlt   Hermann   Sandkuhl,   diesen   Maler   zu   besuchen   und   ihn zur   Ausstellung   der   Juryfreien   nach   Berlin   einzuladen.   Ab   1928   bis   zur   Auflösung   der Kunstschau   im   Jahr   1933   beschickt   Franz   Frank   diese   nun   jedes   Jahr   mit   Gemälden.   Es werden   unter   anderem   die   Gemälde   "Proletarier",   "Feierabend",   "Erika   und   Brigitte" sowie Familienbildnisse und Stilleben von Franz Frank gezeigt. Obwohl   im   während   der   Dresdner   Zeit   nur   ein   privater   Bilderverkauf   gelingt,   erwirbt der   sächsische   Staat   regelmäßig   Bilder   von   ihm.   Eine   Kreuzigungsszene   erhält   den Sächsischen    Staatspreis.    Als    das    Bild    den    Ansprüchen    Franks    nicht    mehr    genügt, zerstört er es eigenhändig. Im   Jahr   1931   erhält   er   dann   die   Berufung   als   Dozent   an   der   Pädagogischen   Akademie in   Kassel.   Sein   Weg   scheint   sich   positiv   zu   entwickeln   und   die   ständige   Finanznot   der Familie scheint ein glückliches Ende zu nehmen.