© Oliver Tursic 2017
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

LEBEN

Kindheit und Jugend

Franz   Frank   wird   am   07.04.1897   in   Kirchheim/Teck   als   zweites   von   sechs   Kindern   einer Arztfamilie   geboren.   Er   wächst   in   behüteten   Familienverhältnissen   auf.   Viele   Ausflüge auf   die   Schwäbische   Alb   lassen   in   dem   jungen   Franz   eine   innige   Naturverbundenheit wach      werden.      Vor      allem      in      seinen      Blumenstücken      und      in      den      vielen Landschaftsdarstellungen   kann   man   diese   Verbundenheit   bis   in   die   spätesten   Bilder hinein   bestaunen.   Da   die   Schule   in   Kirchheim   nicht   bis   zur   Reifeprüfung   führt,   wird   er zusammen   mit   seinem   um   ein   Jahr   älteren   Bruder   ins   Internat   des   Realgymnasiums nach Heilbronn geschickt. Ein Kriegsabitur beendet die Schulzeit. Danach   meldet   er   sich   im   Jahr   1915,   gerade   18   Jahre   alt,   als   Kriegsfreiwilliger.   Dadurch wird   er   aus   der   behüteten   familiären   Welt   herausgerissen.   Nach   Einsätzen   in   den Vogesen,    der    Ukraine    und    Russland    wird    er    in    Lothringen    aus    dem    Kriegsdienst entlassen.   Er   ist   zwar   unverletzt,   aber   in   seiner   Gesundheit   angegriffen.   Sein   älterer Bruder,   an   dem   er   sehr   hängt   und   der   ihn   darin   bestärkt,   Kunstmaler   zu   werden,   fällt bereits   in   den   ersten   Kriegswochen.   Viele   Jahre   später,   im   Jahr   1947   widmet   Franz Frank   diesem   mit   der   Folge   "Träume   und   Wirklichkeiten"   eine   ganze   Graphikmappe, die sich gegen den Unsinn des Krieges richtet. 1919    beginnt    er    auf    Drängen    des    Vaters,    der    nicht    möchte,    dass    der    Sohn    den brotlosen    Beruf    eines    Künstlers    erlernt,    ein    Universitätsstudium    in    Philosophie, Philologie   und   Kunstgeschichte   in   Erlangen   und   Tübingen.   In   Tübingen   besucht   er   den Zeichenunterricht   bei   dem   Universitätszeichenlehrer   Heinrich   Seufferheld.   Er   prägt   die künstlerische   Auffassung   Franks,   durch   den   Satz:   „Ein   Bild   müsse   entstehen,   wie   ein Gedicht.“   1921   beendet   er   sein   Studium   in   Kunstgeschichte   mit   einer   Dissertation   über unbeachtete Entwicklungslinien in der Malerei des 19. Jahrhunderts. Für   den   jungen   Franz   Frank   steht   nun   aber   fest,   dass   er   Künstler   werden   möchte.   Sein Vater,    der    solche    Entschlossenheit    respektiert,    billigt    diesen    Schritt    auch    wenn    er davon nicht begeistert ist. 1921   beginnt   Franz   Frank   dann   an   der   Stuttgarter   Kunstakademie   ein   Kunststudium. Dort kann er sich ganz seiner künstlerischen Ausbildung widmen.