© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

LEBEN

Kindheit und Jugend

Franz   Frank   wird   am   07.04.1897   in   Kirchheim/Teck   als   zweites   von sechs   Kindern   einer   Arztfamilie   geboren.   Er   wächst   in   behüteten Familienverhältnissen    auf.    Viele    Ausflüge    auf    die    Schwäbische Alb   lassen   in   dem   jungen   Franz   eine   innige   Naturverbundenheit wach    werden.    Vor    allem    in    seinen    Blumenstücken    und    in    den vielen   Landschaftsdarstellungen   kann   man   diese   Verbundenheit bis   in   die   spätesten   Bilder   hinein   bestaunen.   Da   die   Schule   in Kirchheim   nicht   bis   zur   Reifeprüfung   führt,   wird   er   zusammen mit     seinem     um     ein     Jahr     älteren     Bruder     ins     Internat     des Realgymnasiums     nach     Heilbronn     geschickt.     Ein     Kriegsabitur beendet die Schulzeit. Danach    meldet    er    sich    im    Jahr    1915,    gerade    18    Jahre    alt,    als Kriegsfreiwilliger.   Dadurch   wird   er   aus   der   behüteten   familiären Welt   herausgerissen.   Nach   Einsätzen   in   den   Vogesen,   der   Ukraine und     Russland     wird     er     in     Lothringen     aus     dem     Kriegsdienst entlassen.    Er    ist    zwar    unverletzt,    aber    in    seiner    Gesundheit angegriffen.   Sein   älterer   Bruder,   an   dem   er   sehr   hängt   und   der ihn   darin   bestärkt,   Kunstmaler   zu   werden,   fällt   bereits   in   den ersten    Kriegswochen.    Viele    Jahre    später,    im    Jahr    1947    widmet Franz   Frank   diesem   mit   der   Folge   "Träume   und   Wirklichkeiten" eine   ganze   Graphikmappe,   die   sich   gegen   den   Unsinn   des   Krieges richtet. 1919   beginnt   er   auf   Drängen   des   Vaters,   der   nicht   möchte,   dass der     Sohn     den     brotlosen     Beruf     eines     Künstlers     erlernt,     ein Universitätsstudium          in          Philosophie,          Philologie          und Kunstgeschichte   in   Erlangen   und   Tübingen.   In   Tübingen   besucht er     den     Zeichenunterricht     bei     dem     Universitätszeichenlehrer Heinrich     Seufferheld.     Er     prägt     die     künstlerische     Auffassung Franks,    durch    den    Satz:    „Ein    Bild    müsse    entstehen,    wie    ein Gedicht.“   1921   beendet   er   sein   Studium   in   Kunstgeschichte   mit einer    Dissertation    über    unbeachtete    Entwicklungslinien    in    der Malerei des 19. Jahrhunderts. Für   den   jungen   Franz   Frank   steht   nun   aber   fest,   dass   er   Künstler werden      möchte.      Sein      Vater,      der      solche      Entschlossenheit respektiert,    billigt    diesen    Schritt    auch    wenn    er    davon    nicht begeistert ist. 1921   beginnt   Franz   Frank   dann   an   der   Stuttgarter   Kunstakademie ein   Kunststudium.   Dort   kann   er   sich   ganz   seiner   künstlerischen Ausbildung widmen.