© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

WERK

Aquarelle / Zeichnungen

Obwohl     Franz     Frank     hauptsächlich     für     seine     über     1.500 Ölbilder   einer   breiteren   Kunstkennerschaft   bekannt   ist,   muss man,    sein    ganzes    Werk    betrachtend,    auch    auf    die    vielen Aquarelle und Zeichnungen hinweisen. Sowohl    die    Aquarelle    als    auch    die    Zeichnungen    können    im Werk   des   Malers   als   eigenständige   Kunstwerke   bestehen.   Wie bei      vielen      seiner      Künstlerkollegen      der      "Verschollenen Generation"   besteht   auch   für   Franz   Frank   bis   in   die   fünfziger Jahre      hinein      eine      wirtschaftliche      Notwendigkeit,      sich vermehrt    mit    der    Aquarellmalerei    und    der    Zeichnung    zu beschäftigen.    Vor    allem    während    und    nach    dem    zweiten Weltkrieg    ist    es    auf    Grund    von    Materialknappheit    für    die Künstler   sehr   schwer,   an   Ölfarbe   und   Leinwand   zu   gelangen. Als   entarteter   Künstler,   der   von   den   Nationalsozialisten   aus dem   Lehramt   entlassen   wird,   ist   die   Beschaffung   von   Ölfarbe und   Leinwand   ein   besonderes   Problem.   In   den   12   Jahren   der Nazidiktatur    wird    der    mitgeführte    Skizzenblock    deshalb    zu einem     wichtigen     Medium     für     die     Kunst     Franks.     Ölbilder entstehen in dieser Zeit nur sehr wenige.  So   muss   sich   der   Vollblutkünstler   in   diesen   Jahren   zwansläufig mit    der    Zeichnung    beschäftigen,    die    sich    in    den    unzähligen Skizzenblöcken,   die   sich   noch   im   Nachlass   befinden,   erhalten haben.   Franz   Frank   hat   bereits   vor   seinem   Kunststudium   an der   Stuttgarter   Akademie   bei   dem   Universitätszeichenlehrer Heinrich     Seufferheld     an     der     Tübinger     Universität,     einem ausgezeichneten              Zeichenlehrer,              Zeichenunterricht genommen,   der   den   jungen   Maler   darin   bestärkt   Künstler   zu werden.    Bis    ins    hohe    Alter    hinein,    verweist    Franz    Frank    in Gesprächen      immer      wieder      auf      diesen      ausgezeichneten Zeichner   und   Radierer,   von   dem   auch   der   Ausspruch   stammt, dass    ein    Gemälde    entstehen    müsse,    wie    ein    Gedicht.    Diese Aussage   ist   in   den   Bildern   des   Malers   Franz   Frank   sehr   gut erkennbar.  Als    dann    ab    Mitte    der    siebziger    Jahre    die    Gesundheit    ein Reisen   mit   großem   Malgepäck   nicht   mehr   zulässt,   nimmt   das Aquarell    einen    besonderne    Rang    in    der    Malerei    von    Franz Frank    ein.    Während    der    auch    noch    im    Alter    ausgedehnten Reisen    zeichnet    er    seine    Eindrücke    auf    Aquarellblöcke    und überträgt   diese   danach   im   Atelier   auf   die   Leinwand.   Dadurch lockert    sich    die    Palette    des    Künstlers    nochmals    auf.    Die Ölbilder    des    Spätwerks    besitzen    deshalb    sehr    häufig    eine skizzenhftigkeit,   wie   man   sie   ansonsten   bei   anderen   Künstlern nur in den Zeichnungen und Aquarellen zu sehen bekommt Bisher    wurde    in    den    Ausstellungen    über    Franz    Frank    leider hauptsächlich   die   Ölmalerei   gezeigt.   Es   wäre   schön,   wenn   in Zukunft   auch   das   sehr   qualitätvolle   graphische   Werk   mit   all seinen Techniken mehr in die Öffentlichkeit gelangen würde.