© Oliver Tursic 2022
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

WERK

Einzelgraphik

Im   Jahr   1994   erscheint   das   Werkverzeichnis   der   Graphik   von Franz   Frank.   Dort   sind   138   Radierungen   und   361   Lithographien sowie     2     Holzschnitte     aufgeführt.     Man     muss     aber     davon ausgehen,    dass    Franz    Frank    weit    mehr    graphische    Blätter geschaffen    hat.    Inzwischen    sind    einige    Lithographien    und Radierungen     aufgetaucht,     die     im     Werkverzeichnis     nicht erwähnt    sind    und    darauf    schließen    lassen,    dass    nicht    alles bekannt     war     als     das     Buch     aufgelegt     wurde.     Außerdem befinden      sich      im      Nachlass      auch      noch      weitere      bisher unbekannte     Holzschnitte,     die     allesamt     aus     den     frühen Zwanziger Jahren stammen. Somit   ist   das   graphische   Werk   von   Franz   Frank,   sowohl   in   der Quantität als auch in der Qualität beachtlich. Es     umfasst     alle     Themen     und     Motive,     die     auch     aus     der Ölmalerei   bekannt   sind.   So   entstehen   "Gelegenheitsgedichte" im    Goetheschen    Sinne.    Vor    allem    die    Familie,    Landschaften und   literarische   Themen   finden   sich   in   den   Radierungen   und Lithographien wieder. Die   frühen   Holzschnitte   zeigen   noch   sehr   starke   Einflüsse   des Expressionismus.   Sehr   schön   sieht   man   dies   am   Holzschnitt "strahlender     Abend"     von     1921.     Dieses     Blatt     auf     feinem Japanpapier   ist   das   früheste   bekannte   graphische   Blatt   von Franz   Frank   und   ist   noch   während   seiner   Studienzeit   an   der Tübinger   Universität   entstanden,   als   er   Kunstgeschichte   und Philologie    studierte    und    bei    dem    Universitätszeichenlehrer Heinrich Seufferheld Zeichenunterricht nahm. Bisher   ist   Franz   Frank   in   Ausstellungen   fast   ausschließlich   als Maler      hervorgetreten.      Erst      eine      Ausstellung      zum      100. Geburtstag    in    seiner    Heimatstadt    Kirchheim/Teck    hat    den Graphiker   Frank   herausgestellt.   Dabei   hat   er   eine   gründliche zeichnerische   Ausbildung   genossen,   was   man   den   Graphiken und      Zeichnungen      auch      ansieht.      Bereits      vor      seinem Kunststudium      an      der      Stuttgarter      Akademie      hatte      er Unterricht   bei   Heinrich   Seufferheld,   einem   Zeichenlehrer   und hervorragendem Radierer an der Universität in Tübingen. Ein   Verkaufserfolg   ist   den   Blättern   freilich   nicht   vergönnt.   Zu wenig   sind   sie   nach   dem   Geschmack   der   Gesellschaft.   Deshalb entstehen   die   Radierungen   und   Lithographien   häufig   nur   in sehr   geringer   Auflage.   Von   den   Holzschnitten   entstehen   sogar nur ein paar Probedrucke. Viele   seiner   Lithographien   hat   er   bei   dem   Steindrucker   Josef Blessing   in   Ulm   drucken   lassen,   der   auch   für   seine   Freunde und   Malerkollegen   Wilhelm   Geyer   und   Alfred   Wais   sowie   für Werner Oberle gearbeitet hat.