© Oliver Tursic 2017
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

WERK

Einzelgraphik

Im   Jahr   1994   erscheint   das   Werkverzeichnis   der   Graphik   von   Franz   Frank.   Dort   sind 138   Radierungen   und   361   Lithographien   sowie   2   Holzschnitte   aufgeführt.   Man muss    aber    davon    ausgehen,    dass    Franz    Frank    weit    mehr    graphische    Blätter geschaffen      hat.      Inzwischen      sind      einige      Lithographien      und      Radierungen aufgetaucht,    die    im    Werkverzeichnis    nicht    erwähnt    sind    und    darauf    schließen lassen,   dass   nicht   alles   bekannt   war   als   das   Buch   aufgelegt   wurde.   Außerdem befinden   sich   im   Nachlass   auch   noch   weitere   bisher   unbekannte   Holzschnitte,   die allesamt aus den frühen Zwanziger Jahren stammen. Somit   ist   das   graphische   Werk   von   Franz   Frank,   sowohl   in   der   Quantität   als   auch   in der Qualität beachtlich. Es   umfasst   alle   Themen   und   Motive,   die   auch   aus   der   Ölmalerei   bekannt   sind.   So entstehen   "Gelegenheitsgedichte"   im   Goetheschen   Sinne.   Vor   allem   die   Familie, Landschaften    und    literarische    Themen    finden    sich    in    den    Radierungen    und Lithographien wieder. Die   frühen   Holzschnitte   zeigen   noch   sehr   starke   Einflüsse   des   Expressionismus. Sehr   schön   sieht   man   dies   am   Holzschnitt   "strahlender   Abend"   von   1921.   Dieses Blatt   auf   feinem   Japanpapier   ist   das   früheste   bekannte   graphische   Blatt   von   Franz Frank    und    ist    noch    während    seiner    Studienzeit    an    der    Tübinger    Universität entstanden,     als     er     Kunstgeschichte     und     Philologie     studierte     und     bei     dem Universitätszeichenlehrer Heinrich Seufferheld Zeichenunterricht nahm. Bisher      ist      Franz      Frank      in      Ausstellungen      fast      ausschließlich      als      Maler hervorgetreten.   Erst   eine   Ausstellung   zum   100.   Geburtstag   in   seiner   Heimatstadt Kirchheim/Teck    hat    den    Graphiker    Frank    herausgestellt.    Dabei    hat    er    eine gründliche    zeichnerische    Ausbildung    genossen,    was    man    den    Graphiken    und Zeichnungen   auch   ansieht.   Bereits   vor   seinem   Kunststudium   an   der   Stuttgarter Akademie   hatte   er   Unterricht   bei   Heinrich   Seufferheld,   einem   Zeichenlehrer   und hervorragendem Radierer an der Universität in Tübingen. Ein   Verkaufserfolg   ist   den   Blättern   freilich   nicht   vergönnt.   Zu   wenig   sind   sie   nach dem    Geschmack    der    Gesellschaft.    Deshalb    entstehen    die    Radierungen    und Lithographien    häufig    nur    in    sehr    geringer    Auflage.    Von    den    Holzschnitten entstehen sogar nur ein paar Probedrucke. Viele    seiner    Lithographien    hat    er    bei    dem    Steindrucker    Josef    Blessing    in    Ulm drucken   lassen,   der   auch   für   seine   Freunde   und   Malerkollegen   Wilhelm   Geyer   und Alfred Wais sowie für Werner Oberle gearbeitet hat.